+ GoKart

Unsere Schule ist eine Ganztags - Schule für SchülerInnen mit erhöhtem Förderbedarf [SeF] ( = geistig und z.T. auch körperlich schwerstbehindert ). In der Klasse sind dzt. 6 SchülerInnen.
Jeweils ein/e LehrerIn und ein dipl.Sozialbetreuer betreuen die Kinder und Jugendlichen zwischen 08hoo und 16h00.

In zweijähriger Arbeit haben SchülerInnen und Schüler der SeF Klagenfurt gelernt, wie man mit Schutzgasschweißgerät, Flex, Gewindeschneider und Drehbank Metall bearbeitet.
Warum ausgerechnet diese Arbeiten?

Der Schüler Fabian äußerte im Frühjahr 2014 den Wunsch „..ein richtiges ...“ GoKart haben zu wollen. Die Kollegen Schnitzer Geert und Schindler Johannes meinten, das sei machbar.
Im Herbst des Schuljahres 2015/16 begannen die Arbeiten mit dem Rahmenbau des Fahrzeuges. Natürlich war es hilfreich, dass beide Kollegen technische Vorkenntnisse aufwiesen: Hr. Schnitzer hatte bei der ÖBB eine Lehre als Maschinentechniker absolviert und der Kollege Schindler eine Ausbildung zum Werklehrer für Haupt- und Sonderschulen.

Vierkantrohr für den Rahmen war schnell besorgt. Rundrohre und Kleinmaterial kamen vom Altmetallhandel.
Da unsere SchülerInnen nicht messen können, haben wir überall „Naturmaße“ genommen: Zum Beispiel setzte sich ein Schüler auf den Boden und hinter ihm wurde der Motor aufgestellt. Die anderen SchülerInnen gruppierten die Metallrohre um ihn herum und zeichneten die benötigte Länge an. Oder: die Länge und Berite des Fahrersitzes wurden am „lebendigen Subjekt“ abgenommen, ebenso wie die Länge des Lenkrohres und die Position der Pedale.
Dann kamen Trennscheibe (Flex) und Handsäge zum Einsatz um die Rohre abzulängen. Anfangs waren die umherfliegenden Funken ebenso faszinierend wie beängstigend, aber mit der Zeit gewöhnten sich fast alle an den Lärm.
Schutzausrüstung war klar, nach einigen Wochen wusste jede/r was wofür nötig war.
Gleiches galt für’s Schweißgerät, welches inzwischen zum Lieblingsgerät eines neu dazugekommenen Schülers avancierte.
Die Lehrenden mussten auf die korrekte Ausrichtung achten und Vorgaben zur Befestigung machen, gelegentlich an wichtigen Teilen ( z.B. Lenkung) auch sicherheitshalber nachschweißen.
Eine Autowerkstatt half beim Einpressen der Radnaben. Eine besondere Anforderung war der 4-stündige Kurs an der Drehbank: Die SchülerInnen mussten die Adapterplatten für das Kettenritzel und die Scheibenbremse selbst anfertigen und anschließend auf der Ständerbohrmaschine extrem genau bohren, weil sonst Antrieb und Bremse „geeiert“ hätten!

Praktisch alle Arbeiten haben unsere SchülerInnen gemacht – worauf wir begreiflicherweise sehr stolz sind!!

Das Lenkrad stammt von einer Citroen Dyane, der Motor von einem Moped unbekannter Marke, die Bremse wurde durch das Zerlegen eines Kleinrollers gewonnen.
Übrigens: Nicht alle SchülerInnen können auch alle Arbeiten machen: Wichtig war, dass alle nur gemeinsam imstande waren, dieses Projekt durchzuführen!

Dass unser Schweissprofi ausgerechnet ein Mädchen („ die Prinzessin“) war und der geschickteste Umgang mit der Trennscheibe bei eben jenem Fabian („der Flexer“) lag, während z.B. das Aufpolstern des Sitzes Damjan und Andreas innehatten – das hat sich alles im Laufe des Projektes herausgestellt.

Notwendige handwerkliche Fähigkeiten:
Flexen, Sägen, Feilen, Gewinde schneiden, Drehen, Kleben, Lackieren und Biegen sind nur ein paar der erlernten Techniken.
Das GoKart ist ca. 2m lang, 1,1 m breit und wiegt geschätzte 70-80 kg. Es verfügt über ein Gas-und ein Bremspedal sowie einen Mofamotor mit 2 Automatikgängen. Höchstgeschwindigkeit ( geschätzt) ca. 30-40 km/h.
Herstellungsdauer: rd. 2 Jahre, bei 4 Unterrichtsstunden je Woche.
Sicherheitshalber haben die Lehrenden eine Fernabschaltung der Zündung eingebaut, um Unfällen vorzubeugen, die durch temperamentvolles Fahren entstehen könnten.

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